Winterliche Eindrücke aus dem Rhein-Main-Gebiet in der Vorweihnachtszeit & ein Kurztrip nach Hamburg Mitte Januar. Sonne gab es nur an 2 Tagen, also: viel Kunstlicht. In Hamburg gab es tatsächlich ein heftiges Schneegestöber am Freitag. Salon Harry ist ein Friseur in St. Pauli zu dessen Kunden sowohl die Beatles als auch Uwe Seeler gehörten. Die jetzigen Inhaber sind freundlich & erzählen gern, natürlich ließ ich mir die Haare schneiden. Fotos: fast immer 35 mm. Einfachheit & Klarheit ist mein Ziel, deshalb gibts auch wenig Text.

Eigenes Fotoprojekt hochladen, mit Community-Freunden austauschen und 10 €-Dankeschön erhalten.
Hallo Peter5, also mir gefallen deine Bücher. Es sind eben FOTO-Bücher und keine BILDER-Bücher. Vorschlag was Du besser machen könntest: Bleib bei s/w; passt besser zur street-photografie. Farbe lenkt ab vom Thema. Lieber Gruß aus Wien!
Hallo Traude, danke für Deine Bewertung. Sie fällt ja recht streng aus - nicht zum ersten Mal übrigens. Kurtwolfgang kommt (unabhängig davon) zum selben Ergebnis. Das gibt mir denn doch zu Denken. Wie kann ich meine Performance verbessern?
"Wenn deine Fotos schwach sind, bist du nicht nah genug dran!" sagt Cartier-Bresson, der Pabst der Straßenfotos. Ich bin aber schon nah dran (2-3 Meter, manchmal nur 1 m). Andere gehen nicht so nah dran & kriegen trotzdem bessere Noten.An was liegts also? Bewertung allein hilft mir nicht weiter. Ich brauche Tipps, konstruktives Coaching. Am Besten: ein paar Beispiele damit ich weiß, wie ihrs meint.
Bin gespannt auf eure Ratschläge! Euer Peter5 (immer noch lernfähig).
Hallo Kamisch, danke für Bewertung & Kommentar, der natürlich eine Antwort verdient. Ich werde kurz auf jedes Statement eingehen:
- Franz ist nicht Harry. Stimmt. Klingt aber so ähnlich.
- Franz hat nicht die Beatles frisiert. Stimmt. Er hat aber im Bundestag Herbert Wehner frisiert, den seine Parteifreunde liebevoll "Bonner Beatle" nannten (Egon Bahr), weil er Sprüche draufhatte wie John Lennon. ("Baby, you can drive my car.")
- Ute kam erst später nach Hamburg. Stimmt. Sie trank aber dann öfter Kaffee mit Uwe Seeler, dem "Ringo vom HSV".
- Ich sehe aus wie ein Tourist. Stimmt nicht. Wie durch Magie passe ich mich jeder Umgebung an & sehe in Hamburg aus wie Käptn Blaubär, in Frankfurt wie Mamma Hesselbach.("Ei Kall!")
- Ich trage dicke Kameras. Stimmt nicht. Meine Fujifilm x 100 habe ich aus dem Kaugummi-Automaten gezogen. Geschmacksrichtung: Waldmeister.
- Der Nedo-Döner steht nicht in St. Pauli. Stimmt. Andererseits: die Frankfurter Straße in Sprendlingen sieht der Reeperbahn zum Verwechseln ähnlich, so dass der Unterschied nicht ins Gewicht fällt.
- Meine Texte & Überschriften sind frei erfunden. Stimmt. Aber wie sagte doch Hemmingway so treffend zu Walter Kempowski auf dem Pen-Kongress in Neustadt (Oberpfalz) 1956? - "Wenn die Story gut ist, muss sie nicht auch noch wahr sein." Dem schließe ich mich ohne Vorbehalte an!
Lieber Kamisch, da ich mich über Deinen kompetenten Kommentar sehr gefreut habe, lade ich dich herzlich ein, auch mein nächstes Buch kritisch zu kommentieren. Es wird ca. Mitte bis Ende März erscheinen & Aufnahmen aus dem nächtlichen Frankfurt zeigen. Aber Vorsicht! Wer weiß, obs nicht vielleicht auch Offenbach ist?
Ach ja, das ist so eine Sache mit den Texten. Und ach ja, sie sollten wahr sein und sie sollten die Bildaussage "unterschreiben". Überschriften taugen selten zur Wahrheitsfindung. So auch deine Überschrift zum Salon Harry.
Es war nicht der Harry, der dich frisierte - es war der Franz aus Bonn. Er kam 1974 in die Stadt. Zuvor hat er als Friseur im Bundestagshaus gearbeitet. 1974! Da waren die Beatles schon längst Geschichte. Und seine Frau Ute? Geht auch nicht, die kam erst 1985 nach Hamburg. Da war das Thema "Pilzköpfe" schon längst Teil der archäologischen Grabung nach Beatlesrelikten. Die Beatles waren wahrscheinlich nie in diesem Salon. Die Erfindung der Pilzkopffrisuren beansprucht der Fotograf Jürgen Vollmer für sich. Seine 'Geschichte scheint zu stimmen.(Siehe auch ein Artikel im Spiegel) Beatles in Hamburg? Touristen sind gutgläubig. Franz sprang auf und erzählt seitdem dieser leicht erkennbaren Zielgruppe (also der, die einen überdimensionalen Fotoapparat umgehängt hat) die Lüge um die Frisur der Fab4. Franz der Schnacker.
Peter - und wenn du möchtest, dann liefere ich dir noch einen passenden Text zur deiner Döner-Bumse in Dreieich. Melde dich doch - du Freund brachialer Ironie, du Sammler schräger Lyrik und du Liebhaber des Schwarzen Humors.
Hallo Daphne & Photopia. Trefflich formuliert! Warum sollte man noch einen Text schreiben, wenn ein Foto gelungen ist? - Die großen Meister machens ja auch nicht. (Ohne mich mit ihnen messen zu wollen.) Außerdem sollen ja auch nicht alle Fragen beantwortet werden, ein Rest an Rätselhaftigkeit muss übrig bleiben: Warum grinst die Mona Lisa? Warum sind in Hamburg die Nächte lang? Warum ists im Offenbacher Bahnhof so finster? Wir wissens nicht. Gute Nacht.
Ich lese den Kommentar von Claus und frage mich, was Peter wohl schreiben sollte?!
Ich lese den Kommentar von Peter und frage mich, warum Peter wohl auf irgendwem, zumindest hier in der "Gemeinschaft", wohl Rücksicht nehmen sollte/wollte, wenn er denn was schreiben würde?! Es ist ja SEIN Buch und das muss nur ER verstehen.
Allerdings gestehe ich, dass ich mich der schwarze Humor und die schräge Lyrik & die brachialer Ironie durchaus sehr! interessieren würde.
MFG, DIE die normal fast nichts hier kommentiert.
Photopia, freundlich & motivierend wie immer: Lob & Capuccino wird ans Model weiter gegeben.
Basilikum: Ich merke, dass Du auch in Hamburg warst & sehe mir jetzt Deine umfangreichen Werke an. Gruß.
Hallo Peter5,
und wieder haben mich Deine ausdrucksstarken Fotos in den Bann gezogen, gut gemacht!
Mit Interesse habe ich den Kommentar von Claus und Deine Antwort gelesen.
Zum Einen stimme ich Claus zu, ich würde gern Deine Gedanken zum Bild lesen.
So manches Foto gewinnt durch niedergeschriebene Gedanken und Empfindungen an Ausdruckskraft.
Claus hat das in seiner schwarzen Perle sehr gut gezeigt. Leider scheint er meinen Kommentar zum Buch nicht entdeckt zu haben.
Auf der anderen Seite kann ich Dich auch verstehen. Nicht Jeder hat die Zeit und die Lust auf Texte.
Und ja, manches kann auch falsch verstanden werden. Das hat man hier auch schon erlebt.
Grüße aus Weimar, auch an die Frau im Strickmantel!
Spendiere ihr noch einen zusätzlichen Cappuccino für ihre Modeltätigkeit.
photopia
Vielen Dank für die freundichen Bewertungen & die beiden profunden Kommentare.
Basilikum: die Frau im Strickmantel ist ein hochbezahltes Topmodel, das bei Bedarf durchs Bild läuft. -Quatsch: Es ist meine Lebensabschnittsgefährtin beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt. Sie steht meiner Knipserei durchaus kritisch gegenüber, weil es mitunter zu Verzögerungen führt. Ich muss ihr einen Capuccino spendieren & die Tüten tragen, dann ist wieder alles im Lot.
Danke auch für die Hitparade der Fotos. Die für mich wertvollsten sind die nicht wiederholbaren, z.B. die Treppe im Hamburger Hafen, S. 82. Ich bemerkte im Heruntergehen,dass der Mann an mir vorbeiging & drehte mich um. Nur in diesem kurzen Moment war niemand sonst auf der Teppe & der Mann stand genau richtig. Ich machte nur dieses eine Foto. Dasselbe auf S. 44: das Auto stand vor einer edlen Boutique, die Farben waren interessant & in diesem Moment lief die Verkäuferin vorbei. Klick! und der Ball war im Tor.
Claus: Dein ausführlicher Kommentar regt zum Nachdenken an. Ich weiß, dass Du ein Freund der Verschränkung von Bild & Text bist & ich lese Deine Texte gerne. Warum mache ich es anders? Erstens: Zeitmangel. Dieses Buch wäre in 2 Wochen noch nicht fertig, wenn ich die passenden Text schreiben oder zitieren würde. Das dauert mir zu lang.
Zweitens: ich bin ein Freund schwarzen Humores, schräger Lyrik & brachialer Ironie & das gefällt nicht jedem & wird mitunter falsch verstanden, dann lass ichs lieber gleich & konzentriere mich auf die Fotos.
Deine Kritik am Bewertungs-System unterstütze ich 100%. Ich finde es ziemlich sinnlos. Zumal man schwerlich ein Buch mit Makro-Fotos von Insekten mit einem Buch über einen Kegelausflug nach Rüdesheim vergleichen kann. - Obwohl: warum eigentlich nicht? Beides sind fremde, faszinierende Welten. Alles Gute!
Wie immer verblüffende Aufnahmen mit interessantem Bildaufbau.
Mein absolutes Lieblingsfoto ist diesmal auf Seite 81. Weiters sind unter meinen Top 10 (in aufsteigender Reihenfolge) die Seiten 15, 36, 40, 41, 42, 81, 82, 83 und 96.
Und eines würde mich noch sehr interessieren: ;-) Diese Frau im Strickmantel: Ist das dein dich begleitendes Model oder bist du der Dame beim Einkaufen gefolgt?
LG Basilikum
Hallo, Peter5,
es sind ästhetische Wahrnehmungen. Eingefangen mit 35 mm in Farbe und Schwarzweiß, im Regen, im Kunstlicht, bei Nebel, hinter Scheiben und davor, Street-Art jenseits der üblichen Wahrnehmungsmuster. Street-Art: Die Straße wird zur Bühne (des Lebens), hält Momente des Alltagslebens fest. Dabei posieren die "Akteure" nicht. Sie laufen auch nur scheinbar durchs Bild. In Wirklichkeit sind die Momente abgewartet und zum richtigen Zeitpunkt eingefangen, an der perfekten Stelle "positioniert". Konstrastreich, Silhouetten, Menschsein. Die Grenzen der Fotografie werden gekonnt ausgelotet. Gezeigt wird eine anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem vorgefundenen oder gesetzten, gezielt gewählten Licht, das Schatten wirft oder es auch bleiben lässt. Es ist eine Fotografie, die mehr ist als das Abbilden des Gesehenen, vielmehr eine sinnliche Schau des subjektiv Empfundenen und damit auch eine Innenansicht des Fotografen, der nüchtern seine Fundstücke präsentiert und: auf Text weitgehend verzichtet.
Persönlich finde ich das schade. Warum? Ein Bild zu denken, das ist die eine Sache. Es bedeutet, Denken und Sprache auseinanderzuhalten; denn das Bild regt das Denken anders an als eine Kombination von Zeichen. Wenn es für den sinnlichen Eindruck einer Farbe keine verbale Entsprechung gibt, wird deutlich, dass wir in einer Welt fühlen und in einer anderen benennen, wie schon Marcel Proust bedauernd feststellte. Aber ich respektiere das Schweigen deiner Sprache, lese deine Bilder, um darin mich selbst, dich und die Welt zu reflektieren. Und dennoch hake ich noch einmal nach: Texte hätten beispielsweise eine Klammer zwischen den Bildern ergeben. Geschichten darum hätten von dir und deinem Weg der Gedanken erzählt, ohne meine einzuschränken. Und unsere Sprache! Diese Kunst, sie zu sprechen, zu differenzieren, die feinen Zwischentöne zu hören, zwischen den Zeilen zu lesen! Bild und Text genreübergreifend zu pflegen. Darauf baue ich.
Gleichwohl schicke ich für die eindrucksvollen Fotographien (ja, mit ph - wenn sie mir besonders gefallen) dem Autor fünf Sterne, ebenso für den Inhalt. Die beiden übrigen CEWE-Kriterien muss ich beurteilen, wenngleich es mir schwerfällt. Aber das wirst du vielleicht verstehen. Ich habe übrigens noch nie verstanden, warum man Bilder beurteilen soll. Eine künstlerische Fotografie - wie deine - kann man nicht beurteilen, weil man Kunst nicht beurteilen kann - nur das handwerkliche Können kann auf den Prüfstand und hält einer Bewertung Stand, vorausgesetzt: sie ist fundiert.. Das habe ich übrigens gestern der CEWE-Community-Crew geschrieben. Noch harre ich der Antwort.
Bildschöne Grüße, herzlichen Glückwunsch und weiterhin frohes Schaffen,
Claus