
Eigenes Fotoprojekt hochladen, mit Community-Freunden austauschen und 10 €-Dankeschön erhalten.
Hallo Peter,
wie schon einmal geschrieben mag ich Deine Fotobücher bzw. Deine Bilder sehr. Sie sind für mich immer irgendwie großes Kino. Du fängst das Leben ein und gibst Deinen Protagonisten eine Hauptrolle. Ich staune jedes Mal, was Du für ein Auge hast. Und Frankfurt ist für Deine nächtlichen Streifzüge mit Sicherheit ein dankbares Pflaster. Die Straßenszenen faszinieren mich, Seite 73 ist der Hammer! Fotos in s/w zu machen steht auf meiner Bucket List weit oben. Halle ist ja vielleicht nicht der Hotspot Nr. 1, aber schauen wir mal.
Das achte Herz leuchtet in der Frankfurter Nacht, denn hinterm Horizont gehts weiter.
Beste Grüße von Birgit
Der Mann ist ver-rückt. Der ist reif für die Welt! Gebt ihm einen Fotoapparat. Er soll die Welt ablichten! Denn sie war es, die uns dazu überredete, sie doch endlich zu zerstören. Ist Gott suizidal?
Kamisch! Warum treibe ich mich nachts bei der Kälte im Freien rum? Senile Bettflucht? Ich wusste es selbst nicht. Aber jetzt ist es mir vollkommen klar geworden. Deine Analyse trifft ins Schwarze!
"Ängste überwinden durch Konfrontation mit den eigenen Phobien!" Was sonst?
"Run for your life!" ruft mir die eiserne Jungfrau entgegen & wedelt mit der Axt. Schon gehts mir wieder etwas besser. Einsam wandele ich durch die nächtlichen Straßen & die Zeilen des Songs "Fear of the dark" spuken mir durch den Kopf. Außerdem noch "Moon over Bourbon Street" von Sting.
Doch halt! Was tönt da aus der Kanalisation? "dadada- dadadadamm, dadada - dadadadamm".
Na klar! das Harry Lime Thema aus "Der dritte Mann". Erinnerungen aus frühster Jugend wehen durch die dunklen Straßen wie welke Blätter und vermischen sich mit Iron Maiden, Sting & Miles Davis (Fahrstuhl zum Schaffott) zu einer dunklen Soße. Wie ist es doch so herrlich ungemütlich im Winter!
Ich sei, Kattelbach und Budnioesi gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte.
OK! Ich möchte euch helfen, die geplagte Seele dieses Schattenmenschen ein klein wenig zu hinterleuchten.
Was zwingt ihn in die Nacht, was treibt ihn in die Schatten? Lichtallergie? Kaum! Selbsttherapie? Heiß - sehr heiß! Der Mann braucht die Nacht, er hat Angst vor der Nacht. Um diese unheimlichen Ängste zu überwinden, muss er raus - er muss durch seine eigene Angst hindurch.
Ich ging in diesem Buch der Frage nach, ob er unserer Community, nicht doch einen versteckten Hinweis in seinem Buch platzierte - eine Art Hilfeschrei. Ich bin fündig geworden. Dein Flehen, in den Tag gerettet zu werden, stand großformatig auf diesem Gitterzaun auf Seite 54.
25725!! Das ist die Zahl. An diesem Tag kommt die Hilfe in die Stadt. IRON MAIDON.
Unser Peter hat natürlich längst schon Tickets und er wird in dieser Nacht seine Ängste in eine völlig verregnete Nacht schreien. 70000 werden es ihm gleichtun. Sie alle werden nur für unseren Peter einen Song anstimmen. Den Besten! Fear of the dark! Ich habe ihn - für alle lesbar übersetzt:
Angst vor der Dunkelheit.
Ich bin ein Mann, der alleine geht und wenn ich durch die Nacht durch eine dunkle Straße gehe,
oder durch einen Park schlendere...
Wenn das Licht, sich zu ändern, fühle ich mich manchmal ein wenig seltsam...
ein wenig ängstlich, wenn es dunkel ist.
Angst vor der Dunkelheit, Angst vor der Dunkelheit. Ich habe ständig Angst, dass etwas in der Nähe ist.
Angst vor der Dunkelheit - ich habe die Phobie, dass immer etwas da ist.
Hast du deine Finger über die Mauer bewegt und hast du die Gänsehaut in deinem Nacken gespürt,
wenn du nach dem Licht gesucht hast?
Manchmal, wenn du zu ängstlich bist, dir die Ecke des Raums anzuschauen,
spürst du, dass dich etwas beobachtet!
Warst du jemals alleine in der Nacht? Hast du gedacht, du würdest Schritte hören hinter Dir?
Und du hast dich umgedreht und niemand war da?
Und nachdem du deinen Gang beschleunigt hast, fandest du es schwer, noch einmal nachzuschauen,
weil du sicher warst, dass jemand da ist?
Die Nacht zuvor hast du Horrorfilme geschaut und über Hexen und Volkkunde diskutiert -
diese unbekannten Probleme in deinem Kopf.
Vielleich spielt dir ein Geist Spielchen. Du spürst und plötzlich fixieren deine Augen tanzende Schatten hinter dir.
Wenn ich durch dunkle Straßen gehe, ich bin der Mann, der alleine geht.
Peter - Iron Maiden, ein ganzes Stadion, Tausende aus der Community und wir 3. Wir sind bei dir.
Es letztes werden wir alle dir mit diesem Song deine Ängste von der Seele schreien und du wirst miteinstimmen. Du wirst nach dem Konzert ganz alleine durch dunkle Vorstadtstraßen heimwärts gehen und du wirst beseelt von rotem Wein mit einem GastarbeiterIn im Bett einen sonnigen Tag erleben und du wirst schon dein nächstes Fotobuch über deine neue griechische Familie gestalten.
Ich freue mich Peter. Dein Kamisch
Hallo Peter! Der Kattelbach lässt sich entschuldigen. Er hat mich gebeten, dir ein paar Höflichkeiten zu schreiben. Sicherlich ist er auch in deiner Schuld wegen dieser Musil-Sache. Ich weiß es, er nennt dich ja den "Schattenmann". In seinem Beruf fast ein Ritterschlag. Also reine Auftragsarbeit.
Ich also hinein in deine hessischen Horizonte. Zuerst Lustlosigkeit. Seelenlose, menschenleere Vorstadtbahnhöfe. Nicht mein Ding! Aber irgendwann, wars vielleicht an der eingefrorenen dritten Weiche, wars vielleicht an irgendeinem Graffity-Geschmiere? Da erwachte meine Amygdala. Was sag ich dir? Explosion im Hypocampus - Hilfsausdruck. Und ich armes Wesen aus Österreich - ausgesetzt in der Bedeutungslosigkeit eines hessischen Vorortebahnhofs. Gefangen in deinem Buch. Zuerst Suchender, dann Fragender und schließlich Erkennender. Und völlig absurd - plötzlich fragte ich ihn: "Sag mal was meinst du, wer ist zufriedener mit seinem Dasein - ein überquellender Hauptbahnhof mit stehenden und verspäteten Schnellzügen, oder du, du Winzling, der du stolz bist, dass die Schnellzüge an dir vorbeifahren müssen?" Peter, dein Buch und Karl Kraus gaben mir die Antwort. Der Kleine ist es. Er konnte wegen seiner ständigen Nichtbeachtung seine Würde und seinen Stolz bewahren. Über alle Zeit hinweg. Und jetzt - kühner Gedanke - Schluckt Bedeutungslosigkeit vielleicht sogar die Zeit? Dann wären es ja nur die Menschen, die an solchen Orten altern und vergehen? Ist dieses Zeitparadoxon auch in seelenlosen Städten erkennbar?. "Los Peter, nimm mich mit in die Nacht - Menschen schauen."
Jetzt bin ich wieder raus aus Preußen und sitze am Bildschirm und gestehe: Was für schönes Menschen-Abenteuer. Die Stadt stand geduldig, zeitlos still. Es waren ihre Menschen, die in ihr vergingen, sich in ihr veränderten und sich in ihr preisgaben - in allen Facetten ihres menschlichen Daseins - des Gleitens, des Sehens, des Wartens, des sich Kreuzens, des Ankommens, des Eintauchens, des Ausgrenzens, des Suchens, des Ankündigens, des Erwartens, des Befürchtens, des Bangens, des Betrachtens, des Messens, des Vergleichens, des Zögerns, des Besinnens, des Informierens, des Verschönerns, des Verirrens, des Findens, des Verzweifelns, des .......... Die taubblinde Schriftstellerin Helen Keller fiel mir ein: "Ein Buch gefüllt mit schönen Dingen kann man nicht lesen. Sie müssen mit dem Herzen gefühlt werden." Für dein zeitlos schönes Buch mein herzliches Danke.
Ich schau mir gern deine Bilder an. Sie erzählen Geschichten. Das gefällt mir. Lieben Gruß, Heike